„Wir sind vorbereitet“: Bückeburg richtet Notunterkunft für Ukraine-Flüchtlinge ein / Ankunft unklar
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(Bückeburg) Über eine Million Menschen sind wegen des Kriegs bereits aus der Ukraine geflohen. Die meisten von ihnen befinden sich in Polen, doch auch die Nachbarländer wie Rumänien, Moldau und Litauen erleben mit jeden Tag größere Wellen ankommender Menschen.

Viele von ihnen werden auch nach Deutschland kommen. Schätzungen zufolge könnten bis zu 225.000 Kriegsvertriebene aus der Ukraine in Deutschland Schutz suchen. Laut Bundesinnenministerium wurden bislang 50.294 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland registriert (Stand 8. März). Auch im Landkreis Schaumburg werden diese federführend vom Landkreis untergebracht. Vorsorglich hat die Stadt Bückeburg, die in der Herderschule eine Flüchtlingsunterkunft betreibt, am Sonntag auch das Dorfgemeinschaftshaus Cammer für ankommende Geflüchtete bereitgemacht.

Am Sonntag hat die Stadt im Dorfgemeinschaftshaus Cammer, das derzeit wenig genutzt wird, eine Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukaine eingerichtet.

Im Dorfgemeinschaftshaus wurde vorsorglich eine zwischenzeitliche Notunterkunft mit 50 Betten am Sonntag eingerichtet, da bis Freitag noch unklar war, ob und in welchem Maße die Herderschule zur Verfügung stünde und welche weiteren Ressourcen der Landkreis benötige, informiert Bürgermeister Axel Wohlgemuth auf Nachfrage: „Wir wissen nicht genau, ob und wann, wollen aber im Falle handlungsfähig sein“. Das Dorfgemeinschaftshaus werde derzeit aufgrund der Renovierungsarbeiten wenig genutzt und habe sich für eine schnelle Realisierung angeboten.

Mit Hilfe vom DRK Bückeburg, dem THW sowie der Feuerwehr Cammer wurde am Sonntag die Unterkunft aufgebaut. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) unterstützte die Ausstattung mit warmen Decken. „Wir haben es Sonntag gemacht, weil wir alle dann verfügbar waren und wir schnell verfügbar sein wollten“, so Wohlgemuth, „die ersten rufen bereits an, haben einen Bulli voller Menschen dabei. Der Landkreis sagt dann, wohin. Üblicherweise geht es dann erst in die großen Unterkünfte“.

DRK, THW, die freiwillige Feuerwehr Cammer und die Stadt haben hier 50 Betten für den Fall der Fälle aufgebaut.

Später müsse geschaut werden, ob der Platz ausreiche oder auf weitere, öffentliche oder auch private, Unterkünfte ausgewichen werden müsse. „Wir haben das einfach gemacht, doch der Landkreis ist federführend. Ich denke mir aber, haben ist besser als brauchen und wir sind zumindest vorbereitet, wenn die ersten Menschen aus der Ukraine Bückeburg erreichen sollten“, so Wohlgemuth. Auch die Landeskirche bemühe sich derzeit um Unterkunftsmöglichkeiten, unter anderem sei Schloss Baum als potentielle Unterkunft im Gespräch.

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Bürgermeister Axel Wohlgemuth: „Sind vorbereitet, wenn die ersten Menschen aus der Ukraine Bückeburg erreichen“

„Wir versuchen zu helfen, wo wir gebraucht werden und müssen alle zusammenstehen. Da wird noch genug Arbeit kommen und wir hoffen, dass wir das als Gesellschaft gemeinsam tragen werden“, sagt Sven Lampe, Vorsitzender des DRK Bückeburg. Wichtig sei, dass wenn Hilfe benötigt werde, sich die Menschen auch schnell mobilisieren lassen würden.

„Wir wissen noch nicht, ob und wann die geflüchteten Menschen aus der Ukraine kommen, sind aber im Falle eines Falles direkt vorbereitet und handlungsfähig“, sagt Bürgermeister Axel Wohlgemuth (mi.), hier beim Aufbau mit DRK-Vorsitzenden Sven Lampe (li.) und Bereitschaftsleiter Heiko Büsing (re.).

Vorsorglich sammelt das DRK am Mittwoch Spenden. In den Kleidershops können bereits sofort gut erhaltene Kleider abgegeben werden. Ab Mittwoch bis kommende Woche Mittwoche werden zudem in der Zeit von 17 bis 20 Uhr beim DRK in der Scheier Straße abgeben werden. Neben sauberer, tragbarer Kleidung werden auch gut erhaltene Schuhe, Spielsachen sowie Handtücher, Bettwäsche, (Woll- und Bettdecken sowie Kissen benötigt. Für Unterwäsche, Hygieneartikel und Babynahrung werden zudem immer Geldspenden benötigt. Die Daten für das Spendenkonto sind unter www.drk-schaumburg.de einsehbar.

(Text: Nadine Hartmann, Foto:nh/pr)

 

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