„Hitziges Klima“: Ein Kommentar von Nadine Hartmann
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(Bückeburg) In der Sondersitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt ging es hoch her. Grund war der bevorstehende Sanierungsabschnitt der „Baumquartiere“ in der Langen Straße. Nadine Hartmann war für SHG-Aktuell.de dabei und kommentiert die Lokalpolitik aus ihrer Sicht:

„Dass es Diskussionsbedarf geben wird, war wohl allen Beteiligten klar – Ausschussmitgliedern, Einwohner und auch der Presse. Das aber die Sommersondersitzung „Baumquartiere“ mit einem derart hitzigem Klima einhergehen würde, war zeitweilig dann doch überraschend – dabei sollen die Bäume doch eigentlich dem städtischem Klima guttun. Der raue Ton und so manches Überqueren höflicher Grenzen in der Ausschussdiskussion schienen eher das Gegenteil zu illustrieren.

Wie schon beim ersten Bauabschnitt findet sich beim Thema Baumquartiersanierung eine offensichtlich konfliktbeladene Gemengelage: Das ausgemachte Ziel, den Bäumen langfristig etwas Gutes zu tun und somit auch klimafreundlich zu agieren, gegen wirtschaftliche, nachvollziehbare Sorgen der anliegenden Gastronomen, Barrierefreiheit, ästhetische Wünsche und das Bestreben, für eine gute Aufenthaltsqualität zu sorgen, stehen sich hier gegenüber. Die Lösung eines solchen gordischen Knotens kann nur der Kompromiss sein, wie Bürgermeister Axel Wohlgemuth als Ruhepol im Tumult vermittelte. So gibt es offensichtliche Lehren aus den Konflikten des ersten Bauabschnitts: Es wird von Beginn an transparenter mit der Maßnahme umgegangen, es wird versucht, die Akteure anzuhören, ernst zu nehmen und auf Bedürfnisse zu reagieren. Doch Emotionen sind offensichtlich unbelehrbar: Sowohl einige Politiker als auch Einwohner lassen sich hinreißen und die Sachlichkeit dafür schon mal hinter sich, weil eben das eine oder andere Bedürfnis vorne angestellt wird.

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Die gute Nachricht: Auch wenn der Weg zum Kompromiss sich in Teilen wie ein Marsch durch heiße Kohlen anfühlte, und keine der vorgestellten fünf Varianten so richtig passen wollte, wurde dafür verhältnismäßig einfach eine neue, Mittel-Variante gefunden – wenn auch in Teilen etwas schwammig. Aber ein Kompromiss, mit dem die Mehrheit – im Gremium als auch von den Anliegern – leben können. Die hitzigen, manchmal unpassenden Worte, die an diesem Abend gefallen sind, lassen sich sicherlich beim einem versöhnlichen Eis im Schatten der heiß-diskutierten Stadtbäume vergessen machen.“

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(Text: nh, Fotos: nh, vu)

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