Sopranistin Anastasia Karaieva und Pianistin Oleksandra Kiktenko spielen zur Langen Nacht der Kultur auf Schloss Bückeburg
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(Bückeburg) Die Lange Nacht der Kultur glänzt seit je her mit opulenten Kulturhappen. In diesem Jahr dürfen sich Freunde der klassischen Musik jedoch auf ein besonderes Highlight freuen: Die ukrainischen Musikerinnen, die Sopranistin Anastasia Karaieva und die Pianistin Oleksandra Kiktenko, werden am 19. September 2025 um 23:00 Uhr im Festsaal des Schlosses als krönender Abschluss der Langen Nacht der Kultur Stücke von Bellini, Verdi und Puccini zum Besten geben und mit ihrem Talent die Herzen der Zuhörer berühren. SHG-Aktuell hatte vorab die Möglichkeit, mit beiden Ausnahmemusikerinnen zu sprechen.

Kiktenko wurde 2003 in Charkiw, Ukraine, geboren. „Meine Eltern sind keine Musiker, und als ich mit fünf Jahren sehr überzeugt erklärte, dass ich Klavier spielen möchte, waren beide ziemlich überrascht. So begann mein Weg an der Spezialmusikschule für hochbegabte Kinder“, blickt die Pianistin zurück. Im Jahr 2020 schloss Kiktenko die Schule ab und bestand die Aufnahmeprüfungen an der Nationalen Musikakademie in Kyjiw. Zwei Jahre später, als Russland den umfassenden Krieg gegen die Ukraine begann, entschied sie sich, nach Hannover zu fahren – „um weiterhin das zu tun, was ich liebe: Musik machen, studieren und mich weiterentwickeln“.

Pianistin Oleksandra Kiktenko.(Foto: Marleen Annema)

Und das hat sie auch befolgt: „Derzeit studiere ich im fünften Semester meines Bachelors und bin meiner Professorin Ewa Kupiec unendlich dankbar für die Möglichkeit, bei ihr zu studieren. Mein gesamter künstlerischer Weg war stets von dem Wunsch geprägt, mit anderen Musikern und Sängern zusammenzuarbeiten. Deshalb führte er mich immer wieder zu zahlreichen Festivals und Kammermusikprojekten. Und natürlich es ist echte Freude, mit so eine Künstlerin wie Anastasia Karaieva zu arbeiten“, verrät die Pianistin vorab.

Auch Anastasia Karaieva gab SHG-Aktuell im Vorfeld die Gelegenheit, etwas mehr über sie zu erfahren:

SHG-Aktuell: Könnten Sie uns bitte Ihren musikalischen Werdegang schildern?

Anasasia Karaieva: Ich singe bereits seit meinem vierten Lebensjahr. Meine Mutter förderte mein Talent, indem sie mich in ein Musikensemble schickte. Nach Jahren des Singens in der Oper studiere ich nun an der Hochschule für Musik, Medien und Theater in Hannover. Zuvor absolvierte ich ein Dirigierstudium in der Ukraine am KDML Lysenko-Lyzeum und komponiere weiterhin eigene Werke.

Wann haben Sie erkannt, dass Ihre Stimme etwas Besonderes ist?
Während meines Studiums an der Musikschule, wo ich als Hauptsolistin eines renommierten ukrainischen Chors auftrat, wurde mir das bewusst. Ich gewann Gesangswettbewerbe und wurde am Kiewer Konservatorium als Chorsolist anerkannt, obwohl ich dort noch nicht studierte.

Welche Lehrer haben Sie geprägt?
Meine Mutter, Yulia Karaieva, war meine größte Unterstützung. In Hannover lerne ich bei Professor Markus Schäfer, einem Meister der Oper. Auch Nadiya Petrenko, meine Gesangslehrerin aus der Ukraine, beeinflusste mich stark. Meine ersten Lehrerinnen, Tamara Khodakova und Yulia Puchko, förderten mein Talent ebenfalls.

Was bedeutet es für Sie, in einem historischen Schloss wie Bückeburg aufzutreten?
Es ist eine große Ehre. Ich möchte den Menschen schöne Erinnerungen schenken, und die Atmosphäre des Schlosses gibt mir besondere Energie.

Wie empfinden Sie es, als letzter Programmpunkt aufzutreten?
Es ist eine verantwortungsvolle Rolle, aber ich liebe es, als Letzte aufzutreten. Mein Auftritt wird wie der letzte Schluck eines feinen Weins sein.

Könnten Sie uns Ihre ausgewählten Stücke vorstellen?
Ich beginne mit „Lascia ch’io pianga“ von Handel, gefolgt von „Casta Diva“ von Bellini, wo ich meinen Belcanto zeigen möchte. Danach singe ich „Mercè, dilette amiche“ von Verdi und schließlich „O mio babbino caro“ von Puccini, das Liebe und Tiefe verkörpert.

Anastasia Karaieva. (Foto: pr)

Wie fühlt es sich an, im Ausland aufzutreten?
Es erfüllt mich mit Freude, Menschen verschiedener Nationalitäten inneres Glück und spirituelles Wachstum zu schenken.

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Gab es einen besonders prägenden Auftritt außerhalb der Ukraine?
Ich habe an vielen bedeutenden Orten gesungen, wie der Hofburg in Wien und im österreichischen Bildungsministerium. Ein unvergesslicher Auftritt war ein Weihnachtskonzert in Uelzen vor Ministerpräsident Stefan Weil.

Was nehmen Sie aus internationalen Begegnungen mit?
Musik vereint uns trotz kultureller Unterschiede. Sie ist eine universelle Sprache, die jeder versteht.

Was möchten Sie mit Ihrer Musik vermitteln?
Ich möchte, dass die Menschen fühlen, dass wir Seelen sind, die Fantastisches spüren können. Meine Stimme berührt jede menschliche Seele, und ich glaube, dass ich die Menschen dadurch freundlicher mache.

Gibt es ein Stück, das Ihnen besonders am Herzen liegt?
Ja, „Casta Diva“ ist für mich besonders bedeutend, da sie all die Emotionen und die Liebe des Herzens widerspiegelt.

Wie bereiten Sie sich auf große Auftritte vor?
Ich suche innere Ruhe und Freude, perfektioniere mein Programm und tanke Energie.

Welche Rolle spielt Ihre ukrainische Herkunft in Ihrer Musik?
Dir Erinnerung an mein Land gibt mir jedes Mal Halt, wenn ich etwas Neues erreiche. Meine Herkunft gibt mir Halt und prägt meine stimmlichen Fähigkeiten. Ich bin stolz, Ukrainerin zu sein, und trage meinen Namen überall mit Stolz.

Gibt es ukrainische Komponisten, die Sie gerne präsentieren?
Ja, ich schätze Lysenko und Bilash – von denen ich auch die Familie gut kenne – sowie zahlreiche weitere ukrainische Komponisten.

Fühlen Sie sich als kulturelle Botschafterin?
Ja, ich singe gerne ukrainische Musik im Ausland und schreibe eigene Lieder, um mein Land und seine Kultur zu repräsentieren – daher denke ich, dass ich der Aufgabe, Botschafter meines Landes im Ausland zu sein, gut gewachsen bin.

Was sind Ihre nächsten Projekte?
Ich arbeite an einer neuen Opernproduktion an meiner Universität und träume von einer großen Karriere auf den berühmtesten Bühnen der Welt. Und ich habe große Träume: Eine große Karriere als Opernsängerin zu machen, durch die ganze Welt zu touren und auf den großen Bühnen der Welt zu singen, wie der Scala, der Metropolitan, der Arena di Verona und anderen besten Opernhäusern der Welt.

Was wünschen Sie sich für Ihre Karriere und persönlich?
Ich wünsche mir, unabhängig von den Umständen glücklich zu sein und Harmonie in meinem Leben zu finden.

Wenn Sie Ihrem Publikum im Schloss eine Botschaft mitgeben könnten, welche wäre das?
„Genießen Sie den fantastischen Augenblick – denn jede Sekunde ist Leben, hier und jetzt!“

(Text: nh, Fotos: pr)

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