DRK Kreisverband Schaumburg zieht Bilanz und blickt in die Zukunft
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(Stadthagen) Nach genau fünf Jahren fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des DRK Kreisverbandes Schaumburg wieder im Ratskellersaal in Stadthagen statt.

Nach dem Bericht über die gut geordneten Finanzen des Kreisverbandes im Jahr 2024 durch das Präsidiumsmitglied für den Bereich Finanzen, Markus Metschke, wurde die Entlastung von Präsidium und Vorstand beantragt. Die 85 stimmberechtigten ehrenamtlichen Mitglieder erteilten diese mit großem Applaus einstimmig.

Vor der Entlastung hatten der Präsident des DRK Kreisverbandes Schaumburg e.V., Reiner Brombach, der Vorstandsvorsitzende Thomas Hoffmann, der Kreisbereitschaftsleiter Philip Tölke und der Kreisverbandsarzt Ludwig Janssen und der Leiter des hiesigen Jugendrotkreuzes Marc-André Möhrke ihre durchweg positiven Berichte über das Geschäftsjahr 2024 verbunden mit einen Ausblick auf das Jahr 2025 vorgetragen.

DRK Präsidiumsmitglied für Finanzen, Markus Metschke.

1.000 neue DRK-Mitglieder in diesem Jahr

Präsident Brombach konnte erfreut vermelden, dass in 2025 schon etwa 1.000 neue Mitglieder geworben werden konnten und dass die Mitgliederwerbung in 2026 insbesondere im östlichen Landkreis fortgeführt werden soll. Das Jugendrotkreuz Auetal hat im Bezirkswettbewerb in der Stufe 1 den ersten Platz und im Landeswettbewerb den zweiten Platz belegt. Die Kreisbereitschaft des DRK Schaumburg hat insbesondere beim Tag der Bundeswehr in Achum für die 60.000 Besucher mit 128 Helfern die komplette sanitätsdienstliche Absicherung übernommen sowie beim Blaulichttag in Rinteln und beim Spectaculum in Bückeburg ihre hohe Professionalität, auch in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Schaumburg, den Feuerwehren, dem THW und allen anderen Hilfsorganisationen, unter Beweis gestellt. Besonders die neue mobile Verpflegungsstation hat sich beim Blaulichttag und beim Vatertagseinsatz am Mittellandanal bewährt.

Schaumburgs Landrat Jörg Farr.

In Zusammenspiel mit der professionellen Küche in Steinbergen können laut Bericht etwa 500 Personen über lange Zeit mit gutem Essen versorgt werden. Insbesondere die reale Evakuierung und Versorgung der über 300 Fahrgäste eines nachts auf der Strecke liegen gebliebenen Zuges in der Nähe von Lindhorst sei vorbildlich verlaufen. Gemäß Kreisverbandsarzt konnte berichtet werden, dass sich nach vormals zwei Ärzten jetzt sieben Ärzte in Diensten des Kreisverbandes befinden. So könne auch über einen sehr langen Zeitraum die ärztliche Versorgung bei Notlagen oder Katastrophen sichergestellt werden.

Altkleiderspenden: Billigkleidung muss entsorgt werden

Thomas Hoffmann berichtete über den Bereich des Hauptamtes im DRK Schaumburg. So wurde das Pflegeheim in Steinbergen neu aufgestellt und auch der Umbau des Hauses A abgeschlossen. In der Ambulanten Pflege behaupten sich beide Pflegedienste in Rinteln und Obernkirchen in einem schwierigen Marktumfeld ähnlich wie die sechs Tagespflegen in Schaumburg. Er wies darauf hin, dass der Begriff Tagespflege von der eigentlichen Aufgabe dieser Einrichtungen, nämlich den Erhalt der geistigen und körperlichen Fitness der Gäste, ablenken würde. Neu sei auch die Migrationsberatungsstelle mit ihrer Flüchtlingssozialarbeit und die Beratungsstelle für traumatisierte Flüchtlinge, die seit 2025 sehr gute Erfolge in der Integrationsarbeit erziele. Negativ in Deutschland und Schaumburg sei der Altkleidermarkt und das Aufkommen der Kleiderspenden in den hier ehemals aufgestellten Containern. Weniger als 30% der dort eingeworfenen Kleidungsstücke sei tatsächlich verwendbar. Neben Müll und verdreckter Kleidung sei es insbesondere die Billig- und Wegwerfkleidung, die von schlicht nutzloser Qualität sei und entsorgt werden müsse. Allein beim DRK Schaumburg fallen pro Jahr 600 Tonnen Altkleider an, die nutzlos entsorgt werden müsste. Man könne von Glück sagen, wenn man für deren Entsorgung beim Verwerter keine großen Geldbeträge bezahlen müsse. Die Annahme von guter qualitativ hochwertiger gebrauchter Kleidung bei der kreisweiten Kleiderkammer des DRK in den Kleidershops läuft weiterhin sehr gut.

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Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote.

Für die Stadt Stadthagen sprach die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Koller Grußworte, für den Landkreis Schaumburg der Landrat Jörg Farr, die Landtagsabgeordnete Colette Thiemann, selbst Mitglied des DRK Präsidiums, der Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck, der Schaumburger Kreisbrandmeister und Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Klaus-Peter Grote und abschließend der Geschäftsführer des Rettungsdienstes und Krankentransport im Landkreis Schaumburg e.V., Bernd Gerberding. Zu den Ehrengästen gehörten der Vorstandsvorsitzende der BKK24 Jörg Nielaczny, und Dieter F. Kindermann, Präsident von ICH-Inter-National Children Help e.V.

Der Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck am Rednerpult.

Weitere Schaumburger als „First Responder“ gewünscht

Klaus-Peter Grote bedankte sich über die Jahrzehnte währende Zusammenarbeit des DRK mit den hiesigen Feuerwehren und betonte, dass er nun zum letzten Mal ein Grußwort bei der DRK Jahresversammlung gesprochen hat. Seit dem Jahr 2004 sei er bis heute, also 21 Jahre, jedes Jahr dabei gewesen. Bernd Gerberding hingegen würde und wollte noch einige Jahre weiterhin Gast sein. Sein Wunsch an die Anwesenden ist, dass sich in Schaumburg neben den bisherigen 300 Ersthelfern weitere 1.200 Schaumburger als Ersthelfer registrieren bzw. ausbilden lassen und die Ersthelfer-App, auch bekannt als First-Responder-App, auf ihr Mobiltelefon laden und sich als qualifizierter Ersthelfer in Dienst dieses lebensrettenden Systems stellen. Landtagsabgeordneter Beck ging auf die sich verstärkenden Krisen in der Welt ein und betonte die Notwendigkeit eines funktionierenden Katastrophenschutzes und notwendige Vorsorge der Bevölkerung. Als gelebte Demokratie bezeichnete Landtagsabgeordnete Thiemann das Engagement im Ehrenamt, ohne das unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde. Landrat Farr bedankte sich beim DRK für die stete Verlässlichkeit bei Krisensituation wie zum Beispiel in der Flüchtlingsarbeit, bei der Corona-Pandemie und nicht zuletzt bei der guten Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen im Landkreis Schaumburg.

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Stadthagen, Ulrike Koller.

Stadthäger Tafel feiert noch in 2025 ihr 25-jähriges Jubiläum in neuen Räumen und der DRK-Kreisverband 150-jähriges Bestehen

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Stadthagen, Ulrike Koller, seit Jahren stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Wendthagen, betonte, dass der Ortsverein Stadthagen mit 149 Jahren nach Bückeburg der zweitälteste von 24 Ortsvereinen in Schaumburg sei und wünschte dem Kreisverband eine entsprechende 150-Jahr-Feier in der Liethhalle in Obernkirchen am 14.11.2025. Vorher stände aber noch die Einweihungsfeier der neuen Räume der in diesem Jahr 25 Jahre alten Tafel in den derzeit umzubauenden Räumen in der ehemaligen Butter-Absatz-Zentrale (BAZ) auf der Hüttenstraße 39 am 7.11.25 an. Sie lobte die Schnelligkeit des Vorhabens. Anfang 2024 suchte das DRK Schaumburg für die nicht mehr ausreichenden Räume in der Gubener Straße (sie waren seit 2011 in der Nutzung) einen Ersatz. Es meldete sich der Eigentümer der ehemaligen BAZ, Herr Zimny, man vereinbarte einen Kauf und verhandelte erfolgreich mit dem Landkreis Schaumburg, den Samtgemeinden Lindhorst, Nienstädt und Niedernwöhren und der Stadt Stadthagen und erhielt Zusagen für die Einrichtungen in Höhe von 180.000 Euro an Zuschüssen, davon 90.000 Euro vom Landkreis Schaumburg, je 7.500 Euro von den drei Samtgemeinden und rund 70.000 Euro von der Stadt Stadthagen. Den Kaufpreis für die Immobilie zahlte das DRK aus Eigenmitteln.

Landtagsabgeordnete und Präsidiumsmitglied für den Bereich Recht, Colette Thiemann.

Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Bauamt der Stadt Stadthagen verlief schnellstens und so kann das Vorhaben nach weniger als 1,5 Jahren der Vollendung entgegen sehen. Rekordverdächtig wie auch die Nutzerzahlen an anerkannt Bedürftigen der hiesigen Tafeln. In Oberkirchen sind es 239, in Bad Nenndorf 358, in Rinteln 665 und in Stadthagen 1.194, davon 85 Rentner, 422 Kinder und 687 Erwachsene. Koller nannte neben den lebensrettenden, häufigen Blutspendeterminen in Stadthagen und Obernwöhren die weiteren Aktivitäten des DRK, so zum Beispiel die hiesige Tagespflege und das große Schulungszentrum für Erste Hilfe und Brandschutzhelferausbildung auf der Enzer Straße 94. Wie professionell und verlässlich das DRK Schaumburg und seine ehrenamtlichen Helfer sowie die im Hauptamt tätigen arbeiten, habe man bei der nun genau 10 Jahre alten Flüchtlingsarbeit und der Bewältigung der Corona-Pandemie, besonders 2020 durch die erste Infektpraxis Norddeutschlands auf dem hiesigen Festplatz, 2021 durch das Impfzentrum in der Festhalle und 2022 durch die mobilen Impfzentren in der Innenstadt von Stadthagen gesehen. All diese Maßnahmen hätten Menschenleben gerettet, so Koller, die dafür dem DRK den besonderen Dank der Kreisstadt Stadthagen aussprach.

Das Präsidium; obere Reihe von links: Markus Metschke, Colette Thiemann, Oliver Muik, Vizepräsident Axel Wohlgemuth, Präsident Reiner Brombach, Vorstandsvorsitzender Thomas Hoffmann.

(pr / Fotos: Bernd Koller)

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