Farbenfrohe Open-Art-Saison ist zu Ende: Über 100 Künstler stellten 2025 auf dem Bückeburger Marktplatz aus
Werbung

(Bückeburg) Der Herbst ist da. Heißt: Bunte Blätter, ja, aber auch: Regen, Wind und kühlere Temperaturen. Kurzum: Kein Wetter für Ausstellungen unter freiem Himmel. Der Oktober läutet traditionell die letzte Runde des Jahres für den „Open Art“-Kunstmarkt aus. Dieser zeigte sich zum Jahresabschluss nochmal von seiner buntesten und geselligsten Seite.

Acht Monate Open Art liegen hinter uns – mehr als 100 Künstler zeigten in dieser Zeit – insgesamt mehr als 60 Stunden, um genau zu sein – ihr Schaffen auf der öffentlichen Ausstellungsfläche, dem Bückeburger Marktplatz. Mit dabei waren viele Stammgäste des Kunstmarktes und ebenso viele Neuzugänge. An die 200 Künstler hat Open-Art-Organisator Moreno Ciotti in den vergangenen fünf Jahren in seinem Netzwerk vereint, und immer noch kommen neue hinzu, freut sich Ciotti.

„Open-Art“-Organisator Moreno Ciotti freut sich auf ein Wiedersehen mit allen Künstlern und Kunstinteressierten im Jahr 2026.

Auch für die letzte Ausgabe dieses Jahres gab es wieder einige Überraschungen, die für zusätzliche Besucherströme sorgten. Der Paritätische zeigte erstmals sein Fotoprojekt, das im Rahmen der Selbsthilfegruppe Depressionen entstanden war. Die Resonanz darauf war groß und durchweg positiv, die Besucher zeigten sich höchst interessiert an dem Projekt, das auf der gesamten Breite der Volksbank-Geschäftsstelle aufgebaut und präsentiert wurde. Gegen Mittag wurde es dann gesellig: In der Mitte des Marktplatzes wurde eine große Tafel samt Sitzgelegenheiten positioniert, Künstler Peter Spielmann tauschte Hammer und Meißel gegen die Grillzange und legte munter Würste auf den Rost.

Reinhard Albrecht ist inzwischen Stammgast beim Kunstmarkt und mit seinen farbenfrohen Mosaiken bei den Besuchern beliebt.

Künstler und Freunde saßen zusammen und resümierten die vergangene Saison, die durchaus als „stürmisch“, im wahrsten Sinne des Wortes, bezeichnet werden konnte. Denn vor allen Dingen das Wetter mit plötzlichen Regengüssen und starken Winden sorgte dieses Jahr für die eine oder andere unerwartete Überraschung – Verschiebungen des Kunstmarktes und sogar eine kurzfristige Absage waren die Folge. Und die eine oder andere Leinwand machte sich ebenfalls im Laufe des Jahres selbstständig auf den Weg über das Marktplatzpflaster.

Open Art lockt auch überregionale Künstler an: Nevin Cubuk aus Hannover zeigte ihre filigranen Vogelzeichnungen.

Nichtsdestotrotz fällt das Gesamtfazit aller Beteiligten positiv aus. Denn hier geht es nicht nur ums künstlerische Schaffen und die Präsentation dessen, sondern auch um das gemeinsame Erleben und um den Kontakt zueinander. Zahlreiche Freundschaften sind hier über die Jahre entstanden, es wird sich gegenseitig unterstützt und geholfen. Und so ist der eine oder andere schon etwas traurig, dass nun erst einmal für fast sechs Monate Schluss ist mit der monatlichen Kunstausstellung auf dem Marktplatz.

Werbung

Doch ein Gutes hat die Pause: Die Künstler haben wieder gehörig Zeit, in ihren Werkstuben und Ateliers neue Werke zu schaffen, die in der kommenden Saison die Menschen erneut begeistern werden. Ideen gibt es mehr als genug, und immer öfter befruchten sich diese Ideen gegenseitig. So sind inzwischen Werke zu bestaunen, die von mehreren Künstlern geformt wurden – etwa Peter Spielmanns Skulpturen, die um die filigranen Metallarbeiten von Rolf Dittmann ergänzt wurden. Unvergessen ebenfalls die Zusammenarbeit von Esther Hansen und Jürgen Peter, die gemeinsam in einem Kunsthappening den Traktor von Metallkünstler Heinz Mingels bemalten. Denn auch das macht den Kunstmarkt aus: Hier kann nicht nur Kunst konsumiert werden, hier können Besucher oft direkt erleben, wie Kunst entsteht. Oder aber selbst mitwirken und zum Künstler werden.

Musik durfte meist nicht fehlen: Musiker Jochen Kluwe ist eine Art Stammgast geworden, und auch andere Musiker sorgten für die passende Untermalung.

Was ebenfalls zu Open Art gehört: Musik – oft von Jochen Kluwe und José Lopez – und der Spaß am Leben. So wurde auch in diesem Jahr auf dem Marktplatz gemeinsam getanzt, gespielt und sogar gesportelt. Institutionen wie die Volkshochschule Schaumburg, die Lebenshilfe und der Paritätische wirkten in diesem Jahr ebenso mit wie Privatpersonen und Künstler weit über den Landkreis hinaus. Etwa Nevin Cubuk aus Hannover, die ihre filigranen Vogelzeichnungen zeigte. Angel Lòpez aus Bückeburg, gebürtig aus Kuba, verwandelte das Marktplatzpflaster in eine riesige Collage seiner farbenfrohen Werke. Tanja Buddensiek war mit ihrer abstrakten Malerei ebenfalls einer der Neuzugänge, ebenso wie Vera Pankowa, die von der Natur inspirierte, kleinformatige Acrylmalerei zeigte.
Highlights des Open-Art-Jahres – neben dem geselligen Saisonabschluss – waren die Open-Art-on-tour-Termine: Sowohl der Kunstmarkt an der Remise in Kooperation mit der Langen Nacht als auch das Auswärtsspiel in Obernkirchen brachten Spaß bei allen Beteiligten und machten das Open-Art-Netzwerk über Bückeburgs Grenzen noch bekannter.

Traditioneller Saisonabschluss: Gemeinsam resümierten Künstler, Freunde und auch Besucher das Kunstjahr bei der letzten Open Art für dieses Jahr.

Nun schließt die Kunstmarkt-Saison, und alle Akteure blicken mit einem weinenden Auge aufs Ende, aber mit einem lachenden Auge auf die guten Stunden voller Austausch und interessanten Gesprächen mit den Besuchern. Außerdem geht es ja auch im kommenden Jahr weiter, verspricht Ciotti. Ab März 2026 verwandelt sich wieder einmal im Monat das Bückeburger Marktplatz-Pflaster in eine Ausstellungsfläche, bis dahin wird hinter den Kulissen fleißig gewerkelt, gemalt, gemeißelt, gezeichnet und vieles mehr.

(Text & Fotos: nh)

Werbung