„Bunter Spaziergang“: Kirchengemeinde Wendthagen lädt zu Andacht in Rogate-Kirche ein
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(Wendthagen) Die Kirchengemeinde Wendthagen beteiligt sich am Samstag, 25. Oktober, aktiv am „Bunten Spaziergang“ des Bündnisses „Die Bergkette ist bunt“, das ein Zeichen für Demokratie, Menschenwürde und Nächstenliebe setzen will.

Dies gab die Kirchengemeinde Wendthagen in einer Pressemitteilung bekannt. Anlass sei die zeitgleiche Veranstaltung der AfD im „Haus am Mühlenbach“. Besonders freut sich die Kirchengemeinde eigenen Angaben zufolge über die uneingeschränkte Unterstützung der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe durch Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf.

Bereits um 13:30 Uhr lädt die Kirchengemeinde zu einer Andacht in der Rogate-Kirche ein, gestaltet von Pastor Dirk Bangert und Landesbischof Dr. Schuegraf. Anschließend öffnet das Kirchengelände seine Türen für Begegnung und Gespräch bei Kaffee, Kuchen und Musik.

„Wir wollen zeigen, dass christlicher Glaube nichts mit Ausgrenzung, Nationalismus und Hetzparolen zu tun hat“, sagt Pastor Dirk Bangert, „Christlicher Glaube bedeutet: Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes – gleichwertig, geliebt und ausgestattet mit einer unantastbaren Würde.“ Die Kirchengemeinde Wendthagen bezieht bewusst Position gegen Ideologien, die Menschen gegeneinander aufbringen, Minderheiten herabwürdigen oder Vielfalt als Bedrohung darstellen.

„Viele der politischen und weltanschaulichen Positionen der AfD widersprechen dem Geist des Evangeliums“, so Bangert, „wer von einer „christlich-abendländischen Kultur“ spricht, aber Menschen abweist, die Hilfe brauchen, hat das Herz dieser Kultur längst aufgegeben.“

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Der Regenbogen – ein uraltes christliches Zeichen

Das vom Bündnis verwendete Regenbogen-Symbol geht auf die biblische Noah-Erzählung zurück. „Der Regenbogen steht für Gottes Versprechen, seine Schöpfung nie preiszugeben – und für die Gleichwertigkeit aller Menschen vor ihm“, erklärt Bangert. „Wer Regenbogenfahnen zerschneidet, greift damit nicht bloß ein Symbol der Vielfalt an, sondern auch ein zutiefst christliches Zeichen des Friedens.“

Ohne Kirche wird die Gesellschaft kälter

Die Beteiligung an der Demonstration ist für die Kirchengemeinde auch ein Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung der Kirche. In einer säkularer werdenden Gesellschaft gerät diese Rolle leicht in Vergessenheit – mit spürbaren Folgen. Der Bonner Politologe Andreas Püttmann hat die Entwicklung folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Wo Glaube, Engagement und christliches Miteinander schwinden, steigen die Chancen für jene, die einfache Antworten, Schuldzuweisung und Ausgrenzung bringen.“ Er bezeichnet Rechtspopulismus als ein „Krankheitssymptom einer Gesellschaft ohne Gott.“ „Wenn Kirche verschwindet, verschwindet mehr als ein Gebäude“, sagt Frank Wiegand vom Vorstand der Kirchengemeinde Wendthagen. „Es verschwindet ein Ort der Mitmenschlichkeit, der Verantwortung und des Zuhörens – und das hinterlässt ein gefährliches Vakuum.“

Kirche als offenes Haus für alle

Die Kirchengemeinde Wendthagen versteht sich als offener Raum für alle Menschen – unabhängig von Religion, Weltanschauung, Nationalität, Alter, Geschlecht und sozialer Herkunft. Hier treffen sich Vereine, Chöre, Familien, und Nachbarschaftsinitiativen. „Unsere Kirche ist mehr als ein sakraler Raum – es ist das soziale Herz an der Bergkette“, sagt Wiegand. Kirchliches Engagement ist dabei mehr als religiöse Praxis: Es ist gelebte Verantwortung für das Gemeinwesen.

(Quelle: Vorstand der Kirchengemeinde Wendthagen, Foto: Archiv)

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