(Stadthagen) In einer ausführlichen Pressemitteilung nahm das Kulturnetzwerk Stadthagen e.V. Stellung zu den Ergebnissen des Wirtschaftsausschusses, die Förderung für den „Stadt.Raum“ nicht fortzuführen. Nachfolgend lesen Sie die Meldung im Original:
„Mit großer Sorge haben Kultur-Organisationen und kulturaktive Bürger:innen in Stadthagen über die Auswirkung der Entscheidung des Wirtschaftsausschusses vom 1. Oktober 2025 beraten. Die Ausschuss-Mitglieder haben einstimmig den Vorschlag zur Verlängerung der Förderung des Stadt.Raums als Teil des vor drei Jahren begonnenen Projektes zur Innenstadt-Entwicklung abgelehnt. Zu Beginn des Vorhabens, das aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ gefördert wurde, war allen Entscheider:innen und Mitwirkenden klar: Es handelt sich um ein Marathon-Projekt. Der Vorstand des KulturNetzwerkes Stadthagen: „Jetzt steigt der Ausschuss nach ein paar Tausend Metern aus: Mutlos? Kraftlos? Ideenlos.“
„Die Entscheidung steht komplett konträr zu unserem Bedarf, geeignete Räume in der Innenstadt für bürgerschaftliches Engagement zu nutzen,“ erklärt das KulturNetzwerk. Der Ausschuss hätte einem einmaligen Förderkonzept für die Fortsetzung der bewährten drei Säulen des Projektes zustimmen können, Stadt.Raum, Stadt.Punkt und Stadt.Fonds, erklärt das Netzwerk. Fördermittel des Landes aus den Programmen „Zukunftsregion Weserbergland“ und „Zukunftsräume Niedersachsen“ im Umfang von fast 1 Mio. EUR stünden zur Verfügung. „Der kommunale Anteil von 30.000.- EUR, verteilt auf drei Jahre, ist dabei sensationell niedrig“, erklärt das KulturNetzwerk. Eine Personalstelle im Bereich Wirtschaftsförderung ist sowieso bereits Teil der Haushaltsplanung.
Eine Zustimmung zu dieser aktuellen Förderkulisse böte die Möglichkeit, die positiven Ansätze der ersten Projektjahre weiterzuentwickeln: „Viele Kultur-Organisationen nutzen bereits das kommunale Portal Stadt.Punkt für Veranstaltungshinweise und community-building. Der Stadt.Fonds hat auch die Realisierung von Kultur-Projekten möglich gemacht. Und vergleichbare, medial modern ausgestattete Räume wie die im Stadt.Raum sind als einfach zu buchende Treffpunkte weiterhin Mangelware“, erklärt das KulturNetzwerk.
Die Empfehlung des Wirtschaftsausschusses an die Bürgerschaft, Räume im Rathaus, in der Stadtbücherei oder im Kulturzentrum Alte Polizei zu buchen, zeige komplettes Unverständnis für die Bedarfe der engagierter Bürgergruppen, stellt das Netzwerk fest: „Wird der Wirtschaftsausschuss Personalmittel bereit stellen, um die kommunalen Räume in den stark frequentierten Abendstunden zu öffnen? Werden die genannten Räume mit moderner medialer Präsentationstechnik wie im Stadt.Raum ausgestattet? Bekommt die Alte Polizei einen Anbau, da die Räume sowieso fast ausgelastet sind und wegen Kinder-Ferien-Aktionen an mehreren Wochen pro Jahr gar nicht zur Verfügung stehen?“.
Die großen Fragen der Mitglieder im KulturNetzwerk lauten: „Warum trifft der Wirtschaftsausschuss ohne Dialog mit der Bürgerschaft solche Blockade-Entscheidungen? Ist es den Ratsmitgliedern einerlei, dass unsere Stadt für die ersten Schritte einer innovativen Stadt-Entwicklung bereits bundesweit als ‚Leuchtturm-Projekt‘ eingestuft wird? Wird die Unterstützung politisch relevanter Stimmen für die Transformation Stadthagens im Wirtschaftsausschuss, hier im ländlichen Raum, überhaupt wertgeschätzt?“. Anfang Februar 2025 besuchten die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers und der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck zusammen den Stadt.Raum. Sie wollten sich im gemeinsamen Austausch mit den Projektverantwortlichen über die Begegnungsstätte in der Fußgängerzone
austauschen. „Viele Städte und Gemeinden haben mit Leerstand und mangelnden Besucherströmen in ihren Innenstädten zu kämpfen“, erklärte Frau Völlers damals. „Ich finde es daher gut, mit welch vielfältigen Projekten Stadthagen sich dieser Problematik annimmt und bestrebt ist, die Altstadt weiter attraktiv zu gestalten.“ Herr Beck ergänzte: „So ein Prozess nimmt natürlich Zeit in Anspruch und ist – um es sportlich auszudrücken – eher ein Marathon als ein Sprint.“ Im Bericht auf der website von Jan Philipp Beck hieß es dazu: „Völlers und Beck sind sich jedoch einig, dass der eingeschlagene Weg sowie die bereits erfolgten Maßnahmen die richtige Basis für eine erfolgreiche Transformation der Innenstadt darstellen“.
Warum entziehen wenige Monate nach diesem wichtigen Treffen die fachkompetenten Mitglieder im Wirtschaftsausschuss diesem erfolgreich begonnenen Transformationsprozess die Zustimmung zur leicht einzuwerbenden Weiterförderung? „ Mutlos? Kraftlos? Ideenlos?“.
Das KulturNetzwerk mit mehr als 20 Organisationen und Akteur:innen ist nun gespannt auf die Visionen der Parteien im Stadtrat, deren Mitglieder offenbar davon überzeugt waren, den Marathon zur erfolgreichen, bürgernahen und innovativen Innenstadt-Entwicklung jetzt blockieren zu müssen. Mit Spannung werden nun deren alternative Visionen zur Transformation Stadthagens erwartet.“
(pr)




