Mehr als nur ein offenes Ohr und eine starke Schulter: Lions spenden 1000 Euro an Opferhilfe
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(Bückeburg) Gewalterfahrungen können nahezu jeden treffen – im häuslichen Umfeld, auf offener Straße, beim Besuch einer Veranstaltung und bei anderen Gelegenheiten.

So vielfältig die Geschichten der Betroffenen, so vielfältig sind auch die Hilfsangebote der Stiftung Opferhilfe in Niedersachsen. Die Bückeburger Einrichtung an der Schulstraße freut sich daher nun umso mehr über eine Zuwendung des Lions Club Porta Westfalica-Judica.

Claudia Szczesny und Viktoria Eichler kümmern sich im Bückeburger Opferhilfe-Büro in der Schulstraße um zahlreiche Betroffene und wissen um die Individualität der Notsituationen und daher um die Vielfältigkeit ihrer Hilfsleistungen, von denen sie Ulla Gießberg, Heidje Arend-Struckmeier und Lions-Präsidentin Dorothea Wöhrmann unterrichteten. Die Stiftung wird durch öffentliche Gelder finanziert, unter anderem Buß- und Strafgelder fließen hier mit ein, und natürlich Spenden. Mit diesen Geldern finanziert die Opferhilfe kleine und größere Hilfsangebote, etwa Selbstbehauptungskurse, Therapieangebote, Anwälte, Hotelübernachtungen und unbürokratische Hilfen, wo gerade Not am Mann ist – da kann auch mal ein Gutschein für Kleidung oder Alltägliches sein – etwa, wenn jemand plötzlich aus seinem häuslichen Umfeld fliehen musste und nichts mitnehmen konnte.

Vor allen Dingen aber helfen die Mitarbeiter der Opferhilfe, indem sie betroffene im Rahmen eines Strafverfahrens beraten, emotional und fachlich unterstützen und auf Wunsch auch mit zum Gerichtstermin kommen. Eine Vor- und Nachbetreuung gehört ebenso dazu. „Wir lassen die betroffenen in ihrer Situation, mit ihren Ängsten und Sorgen, nicht allein“. So sorgte die Opferhilfe etwa dafür, dass bei Gericht ein Zeugenschutzraum eingerichtet wurde, in dem Zeugen und Gewaltopfer sich zurückziehen können und sich so der direkten Konfrontation mit dem Täter entziehen können.

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Zudem pflegt die Opferhilfe einen direkten Draht zu weiteren Hilfsorganisationen in der Region, etwa dem Weißen Ring, der Caritas, der Polizei, der Frauenberatungsstelle Basta, den Frauenhäusern und dem diakonischen Werk. „Oft werden uns die Personen auch von diesen Stellen vermittelt, zudem kommen viele über Mundpropaganda zu uns“, berichtet Eichler. Dabei zeigen die Opferhilfe-Mitarbeiter den Betroffenen stets Wege auf, um aus ihrer nicht selbst gewählten Opferrolle wieder herauszufinden: „Wir gucken: Was braucht die Person und wie können wir ihr hierbei helfen. Dabei können die Betroffenen immer selbst bestimmen, was sie in Anspruch nehmen“. Und für eben diese Hilfen werden Spendengelder eingesetzt. Eine wichtige und unverzichtbare Arbeit, finden auch die Frauen des Lions-Clubs: „Gut, dass es Sie gibt“, so die drei unisono.

Die Lions Club Porta Westfalica-Judica-Mitglieder Heidje Arend-Struckmeier, Dorothea Wöhrmann (Präsidentin) und Ulla Gießberg unterstützen mit 1000 Euro die Arbeit von Claudia Szczesny und Viktoria Eichler von der Opferhilfe in Bückeburg.

Insgesamt elf Standpunkte hat die Stiftung Opferhilfe in Niedersachsen, die dort arbeitenden Sozialarbeiter haben spezifische Fortbildungen zur Psychosozialen Prozessbegleitung und Opferberatung. „Dabei ist unser Angebot für die Betroffenen immer kostenlos. Beispielsweise haben Opfer von Sexualstraftaten sogar einen Anspruch auf psychosoziale Beratung“, weiß Claudia Szczesny. Daher ist die Opferhilfe für die großzügige Spende sehr dankbar: „Wir sind auf solche Gelder angewiesen“. „Solche Angebote sind sehr wichtig, daher unterstützen wir das gerne“, sagt Arend-Struckmeier.

Ulla Gießberg dankt zudem auch der Bevölkerung, denn ohne diese wäre die Spende nicht zusammengekommen: Das Geld stammt nämlich aus dem Erlös des Plätzchens- und Glühwein- sowie Überraschungstüten-Verkaufs auf dem Bückeburger Weihnachtsmarkt 2024. Jedes Jahr backen die Lions-Damen wie die Weltmeister, die Plätzchen sind stets heiß begehrt. Und die eingenommene Summe kommt wieder der Gemeinschaft zugute.

(Text & Foto: nh)

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