(Bückeburg) Zum nunmehr dritten Mal fand im Rahmen des Bürgerschießens eine öffentliche Gelöbnisfeier auf der Mausoleumswiese statt, bei der Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr ihren Eid vor der Fahne ablegten.
Die Einbettung der Vereidigung in das traditionsreiche Bürgerschießen stellt hierbei eine Besonderheit dar und symbolisiert zum einen die Verbindung von Bundeswehr zum Bürgerbataillon als auch zur hiesigen Zivilgemeinschaft. Die Veranstaltung zog hunderte Gäste, Familienangehörige und interessierte Zuschauer an, die auf der Mausoleumswiese die passende Bühne für dieses einzigartige Ereignis vorfanden. Sogar zwei Hubschrauber landeten zu diesem Anlass vor dem Mausoleum und bildeten eine standesgemäße Kulisse für diesen feierlichen Anlass.

Denn für die Rekruten ist dieser Tag ein ganz besonderer, wie auch Kommandeur der Lehrgruppe B, Oberstleutnant Gerald Raeke in seiner Ansprache feststellt. 104 Rekrutinnen und Rekruten der Heeresfliegerausbildungsstaffel aus Bückeburg sowie 30 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 33 aus Neustadt am Rübenberge sollten an diesem Freitagnachmittag ihren Eid ablegten.

Zusätzlich zu den Rekruten war auch ein Ehrenzug des Bürgerbataillons anwesend. Musikalisch wurde die Feier vom Blasorchester Bückeburger Jäger und, während des gemeinsamen Marsches von der Jägerkaserne zur Mausoleumswiese, von den Hägerländer Musikanten begleitet.
Raeke richtete das Wort direkt an die Rekruten: „Sie übernehmen bewusst eine hohe Verantwortung. Sie verpflichten sich, als Teil der staatlichen Vorsorge, im Bündnis, gegen alle äußeren Bedrohungen der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung zu wirken und den vom Parlament erteilten Auftrag – wenn nötig, unter Einsatz Ihrer Gesundheit, in letzter Konsequenz Ihres Lebens – zu erfüllen“. Das sei in Anbetracht aktueller Entwicklungen und neuer Bedrohungen wichtiger denn je. „Gerade in den letzten Tagen wird uns hier in Europa dramatisch vor Augen geführt, dass im transatlantischen Bündnis, als auch im Inneren, Eigeninteressen über unsere liberalen Werte gestellt werden. Rekrutinnen und Rekruten, Sie beginnen somit Ihren Dienst in einer Zeit, in der die liberale Weltordnung in einem erschreckenden Maße unter Druck steht und damit in einer Zeit des intensiven politischen und gesellschaftlichen Diskurses, um strategische Antworten zu geben. Sie haben Ihre Antwort bereits gegeben. Nicht nur im Rahmen der ersten Wochen Ihrer Basisausbildung, sondern auch in den zahlreichen Gesprächen, die ich in den letzten Tagen mit Ihnen geführt habe, haben Sie mich schwer beeindruckt, ob Ihrer hohen Motivation und insbesondere mit der Klarheit Ihrer Argumente und Überzeugungen, warum Sie sich bewusst entschieden haben, als Soldatinnen und Soldaten, in Ihren jeweiligen Laufbahnen und Truppengattungen, aktiv diesen, Ihren persönlichen Beitrag zu leisten“.

Bürgermeister Axel Wohlgemuth bekräftigte die enge Verbindung zwischen der Bundeswehr und der Garnisonsstadt Bückeburg: „Unser Verhältnis ist geprägt von gegenseitiger Achtung und Vertrauen. Sie haben sich entschieden, Ihrem Land zu dienen. Unsere Freiheit ist ein Privileg, die es wert ist, verteidigt zu werden – damit schließen sie auch die Freiheit jener ein, die sie aufgrund Ihrer Uniform kritisieren. Freiheit ist ohne Frieden nicht denkbar, doch Friede ist keine Selbstverständlichkeit. Mit Ihrem Eid übernehmen Sie Verantwortung für unsere Freiheit, dafür danke ich Ihnen allen von Herzen, auch im Namen der Bürger“.

In seiner Ansprache betonte Brigadegeneral Dr. Volker Bauersachs, Kommandeur des Kommandos Hubschrauber, die Bedeutung des feierlichen Gelöbnisses in einer Zeit tiefgreifender, sicherheitspolitischer Veränderungen. Die Entscheidung der Rekruten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen, sei besonders anerkennenswert. „Wir befinden uns im Umbruch und die Folgen sind noch nicht absehbar. In diesen herausfordernden Zeiten haben Sie entschieden, Ihren Beitrag zu leisten“. Er hob hervor, dass die Lehrgruppe B beispielhaft in der Zivilgesellschaft verankert sei und die Zeremonie vor dem Mausoleum die enge Zusammenarbeit in Bückeburg unterstreiche. „Sie gehen diesen Weg nicht allein – Mitstreiter, Ausbilder und Vorgesetzte stehen an Ihrer Seite. Teamgeist ist unverzichtbar – das nennen wir Kameradschaft!“
Ein symbolischer Handschlag zur Bekräftigung des Eides erfolgte im Anschluss an der Truppenfahne mit den anwesenden Bundeswehrvertretern und Ehrengästen. Nach dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne waren die Angehörigen und Gäste zu einem Empfang vor dem Mausoleum eingeladen.
(Text & Fotos: nh)


















