(Wendthagen-Ehlen) Allein in der Rogate-Kirche zu Wendthagen fanden sich zum Mittagsgebet am Samstag gegen 13.30 Uhr am vergangenem Sonnabend etwa 350 Besucher ein.
„Wie Weihnachten“ so Pastor Bangert. Denn bis auf den allerletzten Platz war die Kirche besetzt. Dirk Bangert weiter: „Wir Christen stehen unter dem Kreuz und bestaunen den Regenbogen“. Der Gottesdienst war von der Kirchengemeinde gemeinsam mit dem Bündnis „Die Bergkette ist bunt“ als Zeichen für Demokratie, Menschenwürde und Nächstenliebe in kürzester Zeit gegen das am selben Tag im Haus „Am Mühlenbach“ stattgefundene Oktoberfest der AfD auf die Beine gestellt worden.
Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf ließ es sich nicht nehmen, die Predigt an diesem Tag des Innehaltens und des demokratischen Dialogs zu halten. Unter der Grundaussage „Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten…“ und „lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist…“ bezog sich der Inhalt seiner Predigt an die aufmerksamen Besucherinnen und Besucher auf ein gelebtes, demokratisches Miteinander, das die Wege des Dialoges nicht aufgeben dürfe. Nicht nur im Sinne der Bibel auch im Sinne unseres Grundgesetzes, so Schuegraf, sei Menschenwürde unteilbar. „Wir reden um zu verbinden“, so sein abschließendes Statement.
Gemeinsam mit Pastor Bangert ging er mit den Kirchenbesuchern zu den dort versammelten, weiteren rund 500 Spaziergängern, des „Bunten Spaziergangs“ (darunter auch Landrat Jörg Farr) und den vielen Initiatoren des Bündnisses, allen voran Nora Feike mit ihren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Kurz nach 14.00 Uhr setzte sich der Zug der leise aber unmissverständlich Demonstrierenden auf der Hauptstraße, begleitet von zahlreichen als solche gekennzeichneten Ordnern, in Richtung Schaumburger Weg in Gang.
Über den oberen Teil des Schaumburger Weges, der Grundstraße, dem Höltjen Brink ging es auf der Hauptstraße vorbei am Haus Am Mühlenbach, wo die Teilnehmer die Zelte des AfD-Oktoberfestes sehen konnten, zurück zur Kirche. Dort gab es Punkt 16.00 Uhr für die Spaziergänger im Gemeindehaus ausreichend Kaltgetränke, Kaffee und Tee, selbstgebackenen Kuchen, Gebäck und Süßigkeiten.
Hatte man ob des regnerischen und unfreundlichen Wetters seitens des Bündnisses mit einer Teilnehmerzahl um die 300 gerechnet, so konnte diese Zahl tatsächlich verdreifacht werden, hieß es. Daran hatten selbst die optimistischen Planer kaum geglaubt.
Es kam zwar zu kurzen Störungen im Straßenverkehr. Das war aber auch das Einzige, dass die anwesenden Polizeibeamten regeln mussten. Ansonsten wurden ihnen keinerlei Störungen oder Vorfälle gemeldet, wie von den Initiatoren auch nicht anders erwartet. Das Ziel, ein demokratisches Zeichen für Toleranz und Demokratie an der Stadthäger „Bergkette“ in Wendthagen-Ehlen zu setzen, wurde dem Vernehmen nach erreicht. Nora Feike: “Vielen Dank! So schön, dass Ihr alle mit gemacht habt!“
(pr/Fotos: Bernd Koller)









