(Stadthagen) Die Tafel Stadthagen blickt auf 25 Jahre gelebte Solidarität zurück und feierte diesen besonderen Anlass vergangenen Freitag feierlich.
Zahlreiche Gäste, darunter Tafelgäste, Ehrenamtliche, Unterstützer sowie politische Vertreter, kamen zusammen, um das Jubiläum zu würdigen und die Einweihung des neuen Standorts an der Hüttenstraße 39 zu feiern. Das teilte der DRK Kreisverband Schaumburg in einer Pressemeldung mit.
Zu den Rednern gehörten unter anderem Bürgermeister Oliver Theiß, Uwe Lampe, 1. Vorsitzender des Landesverbands der Tafeln Niedersachsen und Bremen e. V., Landtagsabgeordneter Jan-Philipp Beck sowie Thomas Hoffmann, Kreisgeschäftsführer des DRK. Durch die Veranstaltung führte Elke Klos, Vizepräsidentin des DRK Schaumburg.

Ein besonderer Moment war der Dank an Heidi Niemeyer, die sich seit vielen Jahren als Koordinatorin der Tafel im Landkreis Schaumburg engagiert und die Arbeit der Tafel entscheidend mitprägt.
Die Tafel Stadthagen wurde am 1. Oktober 2000 gegründet und begann zunächst in den Räumen der damaligen Geschäftsstelle Am Stadtpark. Heute werden über 1.300 Menschen regelmäßig unterstützt, und im Jahr 2024 wurden mehr als 24.000 Lebensmittelpakete ausgegeben.

Die neuen Räumlichkeiten an der Hüttenstraße bieten nun rund 400 Quadratmeter Fläche, darunter einen großen Sortierraum, einen modernen Ausgabebereich, helle Aufenthaltsräume sowie Lagermöglichkeiten inklusive Kühlzellen. Mit dem neuen Standort soll die Arbeit der Ehrenamtlichen erleichtert und den Besucher*innen eine freundlichere und barrierefreie Atmosphäre geboten werden.
Zudem entsteht hier Raum für ein neues soziales Projekt: Der Mittagstisch „Gemeinsam statt einsam“, der ab Januar 2026 Senioren die Möglichkeit bietet, wöchentlich in Gemeinschaft zu essen und der wachsenden Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken.

„Dieses Jubiläum ist ein Grund zum Feiern, aber es macht uns auch nachdenklich“, betonte eine Sprecherin der Tafel. „So viele Menschen sind auf unsere Unterstützung angewiesen – und dennoch zeigt uns das Engagement unserer Ehrenamtlichen, Spender und Partner, dass Solidarität und Menschlichkeit in unserer Region lebendig sind.“
„Die Tafel Stadthagen ist seit 25 Jahren ein fester Bestandteil des sozialen Lebens der Region und setzt sich weiterhin dafür ein, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und Gemeinschaft zu fördern“, so das DRK abschließend.
25 Jahre Tafel Stadthagen – Ein starkes Stück gelebte Solidarität
Ein Rückblick auf die Anfänge
Am 1. Oktober 2000 nahm die Tafel Stadthagen ihre Arbeit in den Räumen der damaligen Geschäftsstelle Am Stadtpark 4 auf. Schon zu Beginn war klar: Ohne Spenden geht es nicht. Einer der ersten Unterstützer war Herr Kindermann, der der Tafel von Anfang an eng verbunden war und einen großzügigen Geldbetrag zur Verfügung stellte. Bereits nach kurzer Zeit öffnete die Tafel an fünf Tagen pro Woche und versorgte täglich rund 30 bis 40 Menschen.
Umzug an die Gubener Straße
Im Oktober 2010 zog die Tafel Stadthagen in die Gubener Straße um. Auch der Kleidershop, der zuvor in Enzen untergebracht war, wurde an den neuen Standort integriert. Der Standortwechsel – etwas außerhalb der Innenstadt und in Kombination mit dem Kleidershop – erleichterte vielen Menschen den Zugang. In dieser Zeit wurden täglich etwa 60 Personen mit Lebensmitteln versorgt.
Wachsende Herausforderungen und steigende Nachfrage
In den folgenden Jahren sah sich die Tafel mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Durch die Optimierung der Lagerlogistik in Supermärkten gingen die Lebensmittelspenden zurück. Ersatz musste über Großhandel und Zentrallager beschafft werden. Die Fluchtbewegungen ab 2015 führten zu einem sprunghaften Anstieg der Tafelbesucher – 2016 waren es zeitweise über 1.700 Menschen. Zum Vergleich: Mitte 2015 wurden rund 900 Personen unterstützt.
Auch die Fluchtbewegung infolge des Ukraine-Krieges 2023 brachte erneut einen starken Zulauf. Parallel dazu steigt die Altersarmut kontinuierlich, was die Zusammensetzung der Besucher verändert hat.
Der „Rentnertag“ – Ein geschützter Rahmen für ältere Menschen
Um besonders älteren Menschen, Alleinerziehenden und Menschen mit Behinderungen einen ruhigeren Zugang zu ermöglichen, wurde 2016 der Mittwoch als sogenannter „Rentnertag“ eingeführt. Dieses Konzept hat sich bis heute bewährt.
Mittwochs werden zusätzlich 35 Lebensmittelkisten für ältere oder kranke Menschen gepackt, die die Tafel nicht mehr selbst aufsuchen können. Diese Kisten werden durch Ehrenamtliche, Nachbarn oder Angehörige verteilt.
Große Leistung der Ehrenamtlichen trotz beengter Verhältnisse
Aktuell werden in der Tafel Stadthagen rund 1.300 Menschen betreut – eine Zahl, die in den bisherigen Räumlichkeiten an der Gubener Straße nur unter großen Anstrengungen bewältigt werden kann.
Im Jahr 2024 wurden über 24.000 Lebensmittelpakete ausgegeben – das entspricht rund 350 Tonnen Lebensmitteln. Insgesamt engagieren sich 15 Ehrenamtliche und 8 AGH-Kräfte vom Jobcenter für die Tafelarbeit. Ihr Einsatz ist fürs DRK von unschätzbarem Wert.
Neuer Standort an der Hüttenstraße
Die Zukunft der Tafel liegt in der Hüttenstraße: Hier stehen künftig rund 400 Quadratmeter Fläche zur Verfügung – mit einem großen Sortierraum, einem modernen Ausgabebereich, einem hellen Warteraum, separaten Reinigungs- und Lagerräumen inklusive Kühlzellen sowie Aufenthalts- und Sanitärräumen.
Die neuen Räumlichkeiten sollen den Ehrenamtlichen die Arbeit deutlich erleichtern und den Besucherinnen und Besuchern eine freundlichere Atmosphäre bieten.
Finanzierung des Umzugs und der Umbauten
Für den neuen Standort wurden 300.000 Euro für den Kauf und 400.000 Euro für den Umbau eingeplant. Finanziert wurde das Projekt durch eine große Erbschaft und Spenden in Höhe von 265.000 Euro, einen Zuschuss des DRK-Landesverbands über 250.000 Euro, kommunale Zuschüsse von Landkreis, Stadt und Samtgemeinden über 180.000 Euro.
Wie bei älteren Gebäuden üblich, ergaben sich Mehrkosten durch Brandschutzauflagen und Barrierefreiheit. Diese konnten jedoch durch einen weiteren Zuschuss von Aktion Mensch (30.000 Euro) teilweise aufgefangen werden.
Neues Projekt: Mittagstisch „Gemeinsam statt einsam“
Mit den neuen Räumlichkeiten entsteht auch Raum für ein neues soziales Angebot: den Mittagstisch „Gemeinsam statt einsam“. Ab Januar 2026 soll mittwochs ein gemeinsames Mittagessen für Seniorinnen und Senioren angeboten werden, um der wachsenden Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken.
Bereits jetzt haben 35 von rund 100 in der Tafel registrierten Rentnern ihr Interesse bekundet. Das Projekt wird in Kooperation mit der Bürgerstiftung Schaumburg umgesetzt.
(Quelle & Fotos: DRK Schaumburg)




