Frischer Wind und viele Ideen: Sozialpädagoge Valentin Pantke ist neuer Leiter der Jugendfreizeitstätte
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(Bückeburg) Sie ist ein Urgestein in Bückeburg und für Jugendliche stets eine Anlaufstelle, wenn ein Ort zum „Chillen“, zum gemeinsamen Abhängen und Spielen oder auch ein offenes Ohr, fernab der elterlichen Meinung, gesucht wird:

Die Jugendfreizeitstätte (JFS) in Bückeburg dient den Kindern und Jugendlichen als eben dieser feste Bezugspunkt. Doch gibt es auch immer Luft nach oben. Seit September hat der Diplom-Sozialpädagoge Valentin Pantke die Leitung der Jugendeinrichtung übernommen und bringt zahlreiche frische Ideen mit ins Haus, um das dortige Angebot zukunftsweisend und vor allen Dingen für die Jugendlichen attraktiv aufzustellen.

Die Jugendfreizeitstätte am Bückeburger Bahnhof ist eine nicht wegzudenkende Institution in Bückeburg und stellt Kindern und Jugendlichen ein niederschwelliges Freizeitangebot zur Verfügung.

„Ein guter Typ“, konstatiert Bürgermeister Axel Wohlgemuth bei der Vorstellung der neuen JFS-Leitung knapp und mit einem Schmunzeln. Jugendeinrichtungen wie die JFS müssten auch stets schauen, wie sie sich aufstellen, wie aktuell ihr Angebot sei und wie sehr es noch gebraucht werde – da kommt ein frischer Leiter mit vielen tollen Ideen doch gerade recht. Zudem es ein wenig auch glücklicher Zufall war, dass Pantke zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, um auf diese Stellenanzeige der Stadt zu stoßen. Dieser kommt nämlich eigentlich aus Detmold und ist erst vor kurzem nach Bückeburg gezogen. Berufliche Kontakte zur Hofreitschule machten ihm den Start hier leicht, dann kam passenderweise das Stellenangebot hereingeflattert – eine perfekte Stelle für den Diplom-Sozialpädagogen mit zusätzlicher Ausbildung zum Umwelt- und Erlebnispädagogen.

Auch im zuständigen Amt der Stadt Bückeburg hat sich derweil personell eine Veränderung ergeben: Alexander Brinkmann hat seit dem 1. September die Leitung des Fachgebietes Familie und Soziales übernommen, zuvor war Brinkmann zehn Jahre in der städtischen Kämmerei tätig. Brinkmann und Pantke können also als frische Kräfte auf verschiedenen Wegen für den städtischen Nachwuchs tätig werden und bringen viel Motivation für diese Aufgabe mit.

Ein starkes Team für die Bückeburger Jugend: Axel Wohlgemuth mit dem neuen Leiter der Jugendfreizeitstätte, Valentin Pantke, und Alexander Brinkmann, Fachgebietsleiter Familie und Soziales.

Seit Ende August ist Valentin Pantke nun in der Jetenburger Straße am Start und arbeitet zusammen mit den weiteren zwei Mitarbeitern mit und für die Jugendlichen. Im Schnitt kommen pro Tag 17 Jugendliche in die Stätte – mal etwas mehr, mal etwas weniger. Während sich Pantke vorstellt, kommen drei Jungen in den Aufenthaltsraum – sie haben noch Zeit, bis der Bus kommt und nutzen diese, um gemeinsam eine Runde Billard zu spielen. „Die JFS hat zwei Standbeine – den offenen Bereich, in dem die Jugendlichen kommen können, wann sie möchten, und die Vereinsaktivitäten hier im Haus. Hier möchten wir gerne noch mehr Kooperationen schaffen und die Kinder anregen, noch mehr mitzumachen“, erläutert Pantke. Unter anderem mit dem Kickbox-Verein funktioniere die Zusammenarbeit super – die dort aktiven Kinder kämen oft schon früher in die JFS, um noch dort Zeit zu verbringen. „Es ist uns wichtig, auch den Vereinen hier gute Möglichkeiten zu bieten und Synergien zu schaffen“.

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„Wir wollen Anlaufpunkt sein und Unterstützung bieten“, konstatiert Pantke seine neue Aufgabe. „Die heutige Herausforderung liegt unter anderem dabei, dass Jugendliche mehr in der digitalen Welt unterwegs sind. Die Aufenthaltsdauer und Konzentrationsspanne ist nicht mehr so lang, das beeinträchtigt natürlich auch unsere Arbeit“, so Pantke. Hier gelte es, individuelle Lösungen zu finden: Was interessiert sie längerfristig und was animiert sie, mitzumachen?
Wichtig seien Pantke und seinen Mitarbeitern: „Wir sprechen mit den Jugendlichen, verhandeln auch – etwa, wenn es um das Hören eigener Musik geht – und agieren nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe. „Wir haben einen guten Draht zu ihnen und möchten, dass Sie freiwillig herkommen und sich wohlfühlen“. Mit konkreten Angeboten sollen die jungen Menschen zu mehr aktiver Teilhabe animiert werden – so entwickelt sich aktuell etwa ein Holz-Angebot, in dem die Kinder eigenhändig Dinge mit Holz bauen können, beispielsweise Handyhalterungen, Nisthilfen und Hummelhäuser. „Es soll einfach sein und ohne Vorkenntnisse für die Jugendlichen machbar“, stellt Pantke dieses offene, wöchentlich geplante Angebot heraus.

Nicht nur die Jugendlichen haben hier ihren Spaß: In der Jugendfreizeitstätte steht der offene Bereich während der Öffnungszeiten immer zur Verfügung – hier kann gespielt, gequatscht oder einfach nur abgehangen werden.

Über Flyer, die JFS-Homepage sowie Instagram würde über die Termine informiert werden, zudem stehen Pantke im Kontakt mit den hiesigen weiterführenden Schulen. Ebenfalls in den Startlöchern steht die Fahrradwerkstatt in Kooperationen mit dem Repaircafé, das Angebot findet mittwochs von 16 bis 18 Uhr statt und soll Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Kommende Termine sind der 3. Und 10. Dezember. „Wir hoffen, dass viele Jugendliche in die Garage der JFS kommen und sich beteiligen“. Zudem wird aktuell ein Theaterprojekt für Jugendliche ab 14 Jahren initiiert. Eine Bekannte Pantkes aus Detmold, die als Schauspielerin tätig ist, und auch der Bückeburger Kulturverein wollen dieses Projekt begleiten.

Schon länger am Start ist der „Queere Stammtisch“ in der JFS, bei dem sich Jugendliche ab 16 Jahren einmal monatlich – jeden zweiten, ungeraden Dienstag – treffen und sich austauschen können. Auch eine Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat sich hieraus bereits ergeben. „Alle Träger finden das super, dass es sowas als Angebot für junge Menschen hier gibt“.

Immer mittwochs findet künftig die Fahrradwerkstatt in der Garage der JFS statt. Jugendliche sind eingeladen, vorbeizukommen und an ihren Rädern zu schrauben.

Ebenfalls essentiell für den Betrieb der JFS ist der von Jugendlichen gegründete Verein „Unabhängiges Jugendzentrum Bückeburg (UJZ)“: Zum einen helfen die Akteure dabei, den Betrieb aufrechtzuhalten und helfen an Wochenende, als Vertretung oder projektbezogen aus – etwa beim Repaircafé und der Fahrradwerkstatt. Zum anderen sind die dort Aktiven nah an den Jugendlichen dran und „wahre Experten für unser Haus – schließlich kommen sie von jungen Jahren an hierher“, freut sich Pantke im Pressegespräch über diese Unterstützung. Die drei Jungs haben ihr Billard-Spiel im Aufenthaltsraum derweil abgeschlossen und schultern ihre Rucksäcke. „Wir kommen morgen wieder“ rufen sie Pantke zum Abschied noch zu.

(Text & Fotos: nh)

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