(Bückeburg) Die Gesundheitsberufe erleben eine erhöhte Nachfrage innerhalb des deutschen Arbeitsmarktes, der Weg zur Erlangung eines Abschlusses ist jedoch auf unterschiedlichen Wegen möglich.
Neben der klassischen Ausbildung führt auch der akademische Weg über ein Studium zum Ziel. Die Bernd-Blindow-Gruppe bietet nun für alle Ausbildungsgänge der Gesundheitsberufe – Logopädie, Ergo- und Physiotherapie – ein explizit aufeinander abgestimmtes, ausbildungsbegleitendes Studium in Kooperation der Blindow Schulen mit der DIPLOMA-Hochschule, an, das die Vorteile beider Bildungswege miteinander verbindet und angehenden Gesundheitskräften eine effektive Alternative aufzeigt.
Effektiv deswegen, da zum einen Zeit gespart wird und dennoch alle fachlichen Qualifikationen sowie Praxiserfahrungen vermittelt werden können, die für einen vielfältigen weiteren Karriereweg notwendig sind. Dabei gibt es zwei Varianten: Zum einen den klassischen Weg, zunächst die dreijährige Ausbildung in einem der Gesundheitsberufe zu absolvieren und dann anschließend fünf Semester zu studieren. Diese Variante ist auch für Schüler mit einem Mittlere-Reife-Abschluss geeignet und ermöglicht zudem, während des 2,5 jährigem Studiums nebenbei bereits im Beruf zu arbeiten. „Diese Variante, mit dem anschließenden Aufbaustudium, kann als eine Art „Teilzeitstudium“ verstanden werden, sodass die Studenten auch als Nebentätigkeit im gelernten Beruf arbeiten können“, erklärt Dr. Rebekka Niepelt, Studiendekanin Logopädie.

In vier Jahren zwei Abschlüsse
Relativ neu hingegen ist das ausbildungsbegleitende Studium, wobei hier das Abitur oder die Fachhochschulreife als Zugangsvorraussetzung vorangestellt werden. Insgesamt acht Semester wird hier studiert, sechs davon begleitend zur dreijährigen Ausbildung. Dabei liegt für die Studierenden während der ersten drei Jahre der Fokus klar auf der Ausbildung, die Vorlesungen des Studiums finden an fünf bis sechs Samstagen pro Semester, online oder an einem DIPLOMA-Studienzentrum statt. Im sechsten Ausbildungssemester, in dem die Schüler das Staatsexamen ablegen, finden zudem keine Studien-Klausuren statt, sodass sie sich komplett auf das Examen konzentrieren können.
In den beiden letzten Studiensemestern liegt der Fokus dann ausschließlich auf dem Studium: 16 bis 18 samstägliche Vorlesungen pro Semester sind im Studienplan angesetzt, zudem legen die Studenten in dieser Zeit zumeist auch die Bachelorarbeit ab. Die interdisziplinäre Verknüpfung bietet neben der praxisorientierten Berufsausbildung eine wissenschaftliche Untermauerung des Erlernten und qualifiziert nicht nur für den Einsatz in Kliniken und Krankenhausverbunden, sondern auch in der Lehre, in der Wissenschaft oder im Verlagswesen. Nach insgesamt acht Semestern Regelstudienzeit, also vier Jahren, können Absolventen dieser Variante also beides, den Ausbildungsabschluss und den Bachelorabschluss, erwerben. „Natürlich ist diese Variante arbeitsintensiv, dafür aber effektiv“, konstatieren die Verantwortlichen der Bernd-Blindow-Schulgruppe.
Fachkräfte weiter nötig
Die Überlegungen der Politik, die Ausbildung der Gesundheitsberufe nur noch über Hochschulen anzubieten, sind für Prof. Dr. Andreas Blindow und Martin Spitmann, stellvertretender Schulleiter Fachbereich Physiotherapie, nicht nachvollziehbar. Dazu sei zu erwähnen, dass Deutschland im Vergleich zu den Nachbarländern das Einzige ist, dass sowohl die schulische als auch die akademische Ausbildung anbietet. „Dennoch würde das bedeuten, dass ein großer Kreis an Bewerbern, etwa alle mit einem Mittlere-Reife-Abschluss, herausfällt. Somit würde sich der Fachkräftemangel zusätzlich verschärfen. Zudem ist ein Studium mit wesentlich höheren Kosten – etwa 16.000 bis 18.000 Euro pro Jahr – verbunden“, erläutert Andreas Blindow.
Einen fachlichen Grund für eine erwägte Umstellung gebe es nicht: „Die schulische Ausbildung in Deutschland ist sehr praxisnah. Die Schüler kommen direkt in den Kontakt mit dem Patienten. Eine Umstellung wäre eine Vernichtung von menschlichem Kapital, das auf dem Arbeitsmarkt dann fehlt“, so Blindows Resümee. Spitmann bekräftigt zusätzlich: „Wir bekommen sehr gute Rückmeldungen von den Patienten, weil die Schüler gute handwerkliche Leistungen zeigen. Mit weiteren praktischen Projekten, wie mit Kindertagesstätten und Senioren, können sie zusätzliche Erfahrungen sammeln, was sich wiederum in der Qualität der Behandlung widerspiegelt“. In den Blindow-Ausbildungsgängen beläuft sich beispielsweise der praktische Anteil auf etwa 30 Prozent, zudem gibt es für die Schüler jederzeit die Möglichkeit, die praktischen Erfahrungen mit den Lehrkräften zu reflektieren. „Für eine Hochschule alleine ist das kaum umsetzbar“, konstatieren Blindow und Niepelt.

Tag der offenen Tür am Samstag, 5. November
Für das gerade gestartete Wintersemester nimmt die Bernd-Blindow-Schulgruppe noch bis zum 30. November Nachzügler auf, sowohl für das ausbildungsbegleitende als auch das Aufbaustudium. Passend dazu können sich Interessierte auch am Samstag, dem 5. November, am Tag der offenen Tür an den Blindow-Schulen über diese und weitere Ausbildungsangebote informieren. Von 10 bis 13 Uhr stehen sowohl im Palais als auch im Haus Braunschweig, Herminenstraße 17F, die Türen offen. (Text & Foto:nh/nh Archiv)




