Ruth Harmening zur Ehrenvorsitzenden gewählt: Infoveranstaltung der Bückeburger Seniorenunion zum Thema „Hören“
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(Bückeburg) Gutes Hören ist unverzichtbar für uns Menschen. Doch kommen die Töne irgendwann nicht mehr richtig im Gehirn an, kann dies zu Gefühlen der Isolation und der Einsamkeit führen.

Doch das muss nicht sein: Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Hilfen, die wieder für gutes Hören sorgen. Der Vorstand der Bückeburger Seniorenunion hatte zu diesem Thema die Expertinnen Gundula Dohn, Augenoptiker- und Hörakustikmeisterin, sowie Laura Buss, Vertriebs-Audiologin von Audio Service, zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Seniorenunion-Vorsitzender Thorwald Hey hatte Gäste und Mitglieder zur Informationsveranstaltung über „einen unserer wichtigsten Sinne“ geladen: dem Hören.

Bevor sich die beiden Referentinnen dem Thema „Der Sinn des Hörens“ widmeten, sollte zunächst eine Überraschungsehrung erfolgen. Dafür zauberte der Vorsitzende Dr. Thorwald Hey eine Urkunde, eine Orchidee und einige honorige Worte aus dem Hut: „Ruth, Du hast unermesslich viel geleistet für die Seniorenunion – das lerne ich selbst erst jetzt so richtig. Aufgrund Deiner langjährigen Verdienste hat der Vorstand daher gemeinsam beschlossen, Dich zur Ehrenvorsitzenden zu ernennen“. Die ehemalige Vorsitzende, die viele Jahre das Wirken der Seniorenunion prägte, zeigte sich überrascht und gerührt von dieser besonderen Ehrung und dankte den Anwesenden für die Anerkennung.

Mit den hohen Tönen fängt es an

Gundula Dohn erläuterte den Anwesenden anschließend, dass Hörverluste die Leben vieler Menschen tangiere – nicht nur das der Betroffenen selbst, sondern auch der Angehörigen, Freunde und Bekannten. Doch vor allen Dingen für die Betroffenen gibt es zahlreiche Auswirkungen – körperliche wie psychische. „Ist die Fähigkeit zur Kommunikation beeinflusst, können Einsamkeit und Isolation die Folge sein“, weiß Dohn.

Dabei gibt es verschiedene Arten des Hörverlustes: Neben genetischen Ursachen, Lärmbelästigungen und krankheitsbedingten Hörverlust sind die meisten Menschen vom Hörverlust im Alter betroffen. Hier werden erst die hohen Töne unverständlich, später verschwimmen einzelne Worte oder ganze Sätze. „Nur wenn der Schall ohne Störungen durch den Gehörgang zum Gehirn gelangen kann, kann das Hören gelingen“, so die Expertin. Das Absterben von Sinneszellen in der Gehörgangsschnecke verursacht die ersten Hörverluste: Das Vogelgezwitscher, das Telefonklingeln oder das Blätterrascheln ist dann schlichtweg nicht mehr hörbar.

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Gundula Dohn, Augenoptiker- und Hörakustikmeisterin, stellt fest: „Ist die Fähigkeit zur Kommunikation beeinflusst, können Einsamkeit und Isolation die Folge sein“.

Doch auch im Sprachverstehen sind die hohen Töne wichtig. „Anfangs kann das Gehirn die fehlenden Teile noch ersetzen und zusammenbauen, aber nach und nach verlernt es das, sodass erst einzelne Laute und Konsonanten, später bestimmte Wörter nicht mehr unterschieden und verstanden werden können“, so Dohn. Zudem arbeiten Augen und Ohren eng zusammen – ein Blick auf die Lippen des Gegenübers hilft oft beim Verstehen. „Wird der Hörverlust nicht ausgeglichen, nimmt das Verständnis ab. Langfristig leiden dadurch auch das Gedächtnis und die kognitive Leistung. Die Welt klingt fremd und unverständlich, das Wohlbefinden leidet darunter.

Hilfsmittel halten Hörverlust und seine Folgen im Zaum

Jeder dritte Mensch über 65 Jahren hat einen Hörverlust – behandelt werden aber leider 60 bis 80 Prozent lediglich unzureichend. Hörgeräte helfen, die notwendigen Gehirnfunktionen zu unterstützen, werden aber von vielen als unattraktiv empfunden. Dem ist aber nicht so: Heute kommen die Geräte klein und praktisch daher, auf Wunsch mit Akku und in bunten Farben. „Wir haben ein breites Portfolio an Hilfsmitteln“, weiß die Expertin. Zudem gibt es für Betroffene auch Strategien im Alltag: „Nehmen Sie bewusst an Gesprächen teil und ziehen Sie sich nicht zurück. Fragen Sie nach und kommunizieren Sie in ruhigen Umgebungen. Auch Angehörige können unterstützen, indem sie langsam sprechen, geradestehen und die Worte und den Schall direkt zum Angesprochenen richten, sodass er auch das Gesicht und die Lippen lesen kann“, empfiehlt Dohn.

Lange Jahre hat Ruth Harmening als Vorsitzende das Wirken der Bückeburger Seniorenunion geprägt und wurde dafür vom Vorstand und ihrem Nachfolger, Dr. Thorwald Hey, zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

Laura Buss erläuterte im Anschluss die technischen Möglichkeiten und stand für Fragen zur Verfügung. „Nicht immer ist das teuerste Gerät das Beste. Hörhilfen müssen individuell an die Person und den Alltag angepasst werden“, erklärt Buss. Und das besser früher als später, denn: „wenn das Gehirn Hörverluste nicht mehr ausgleicht, leidet das Hörverstehen langfristig und zum Teil irreversibel“, warnen die Expertinnen.

(Text & Foto: nh)

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