(Berenbusch) Inzwischen ist es in Bückeburgs westlichen Dörfern gute Tradition geworden, rund um den Tag der deutschen Einheit in Berenbusch bei der Kalebassenmanufaktur einzukehren.
Und da der Tag der offenen Tür auf dem weitläufigen Gelände der Familie Lauterbach immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet, kommen jedes Jahr mehr Menschen aus Bückeburg, Minden und der weiteren Umgebung, um im über 2.500 Quadratmeter großen Gartengelände zu lustwandeln und die ulkigen Kürbisgewächse dort zu bestaunen.

Denn diese sorgen immer wieder verlässlich für Begeisterung bei den Besuchern, die mit offenen Mündern, den Blick meist nach oben Richtung Spaliere gerichtet und das Handy fotobereit in der Hand, die hunderte Meter Laubengänge entlangspazieren und über die Ausformungen der vielseitigen Flaschenkürbisse staunen. Besonders beliebt für Fotos sind hier die langen Schlangenkalebassen als auch die besonders dicken Exemplare, deren Masse mit kleinen Hängematten gestützt werden.

In diesem Jahr konnten die Besucher mehr denn je erfahren, denn Virginia Lauterbach hatte einen Lehrpfad mit 15 Stationen angelegt, der durch die gesamte Anlage führte und jeden Schritt der Kalebassenzucht und Verarbeitung erläuterte. So konnten die Gäste auch mal selbst Hand anlegen und etwa ausprobieren, wie viel Kraft es braucht, eine getrocknete Kalebasse mit einem Drahtschwamm von ihrer schmuddeligen Haut zu befreien.

Großes Interesse an Kalebassen-Kunst
Auch vor Lauterbachs Werkstatt staute es sich schnell – zu groß war das Interesse zu erfahren, wie aus den Flaschenkürbissen dann schließlich die schmucken Lampen entstehen. Und auch in der Lampenausstellung war immer viel Besucherverkehr, denn die Gestaltungsmöglichkeiten sind so vielseitig wie die Gewächse selbst und die Kalebasse weiß das Licht so zu streuen, dass der Raum augenblicklich mit Gemütlichkeit überzogen wird. „Der Lehrpfad wird super angenommen und die Besucher sind sehr interessiert – das freut uns natürlich total“, resümiert Lauterbach am ersten der beiden Veranstaltungstage. Was noch super angenommen wird: Halloween-Kürbisse aus Kalebassen. Denn die holzigen Vertreter kommen optisch genauso gruselig daher wie die originalen orangen Schnitzkürbisse, sind aber weitaus langlebiger. Mit wenigen, einfach auszuführenden Handgriffen lässt sich ein getrockneter Kalebassenrohling schnell in ein spukendes Halloween-Gesicht verwandeln (siehe Bastelanleitung).
Wer sich die Arbeit sparen möchte, konnte an diesen beiden Tagen bereits anfertigte Halloween-Kalebassen erwerben. Solange die Kürbisse trockenstehen und pfleglich behandelt werden, halten sie mehrere Jahre – im Gegensatz zu den Original-Kürbissen, die nach einem Herbst in sich zusammenfallen. Sieht oft auch gruselig aus, ist aber nicht sehr nachhaltig.
Angeregter Austausch
Nach Lustwandeln, Kalebassenlehrpfad und Lampenausstellung waren die Besucher meist ausgezerrt und durstig – wie gut, dass der Bückeburger Unverpackt-Laden mit einem großen Getränkesortiment anwesend war und die Gäste standesgemäß verköstigte. Der frische Kaffee lockte die Gäste mit hoher Sicherheit an, die gerne an den Tischen in der gnädigen Herbstsonne verweilten. Derweil bot der Peetzer Hof eine beträchtliche Auswahl an selbst angebautem Gemüse und Obst feil – inklusive praktischer Tipps für Anbau und Lagerung. Von Familie Grimpe aus Rusbend gab es leckeren Honig, ein großer Büchertrödelstand sorgte für interessiertes Wühlen, und Künstler Peter Spielmann wusste mit seinen Skulpturen zu begeistern. Ob Eule, Frosch oder Vogeltränke – seine Werke aus heimischem Stein bereichern jeden Garten. Besonders seine Interpretationen berühmter Charaktere aus Film, Fernsehen oder Geschichten erfreue sich besonderer Beliebtheit – sein jüngst angefertigter Udo Lindenberg zumindest freut sich an diesem Tag über ein neues Zuhause.
Noch mehr Kürbisse in der Region
Übrigens: Wer im Herbst nicht genug von Kürbissen bekommen kann, wird auch in der Umgebung fündig. Etwa bei Hof Eggelmann in Gelldorf oder dem Hofladen Klostermeier in Hille-Hartum gibt es das ulkige Herbstgemüse in Hülle und Fülle – das macht sich nicht nur gut als Suppe oder Dekoration, sondern auch als herbstliches Fotomotiv.
Bastelanleitung: Halloween-Kalebasse
Zunächst braucht der Bastelnde eine getrocknete Kalebasse. Der Rohling wird dann zunächst von der Außenhaut befreit und gereinigt. Und auch innen geht es ihm an den Kragen: Mit einer Fräse bekommt er ein Loch im Boden, das Innenleben – Haut, Fruchtfleisch, Kerne – wird zunächst grob mit der Hand oder einem Löffel entfernt. Mit einer Stahlbürste, auf einer Verlängerungswelle auf den Akkubohrer gesteckt, werden die hartnäckigeren, weißen Hautreste im Inneren entfernt.
An den gesäuberten Kalebassen dürfen die Bastelnden dann kreativ werden, denn ein Halloweenkürbis braucht schließlich auch ein Gesicht. Mit Bleistift werden die Konturen aufgemalt, die anschließend ausgefräst werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel ausgeschnitten wird, sodass das Kalebassengesicht auch stabil und in Form bleibt. Lauterbach nutzt hierfür einen Dremel mit Fräsaufsatz, mit gekonnten Bewegungen führt sie den vibrierenden Aufsatz entlang der vorgezeichneten Linien. Mit Schleifpapier werden eventuell vorhandene, scharfe Kanten abgeschmirgelt, bevor die Kürbisgesichter endlich Farbe bekommen – natürlich in knalligem Halloween-Orange.
(Text & Foto: nh)







